Mein Glaube ist nicht am Schreibtisch entstanden, sondern im Iran, als ich dreizehn war. Ein alter Mann in einem Park nahe der Universität Teheran gab mir ein Buch – eine Bibel in meiner eigenen Sprache. Ich begann noch am selben Tag zu lesen, und etwas in mir veränderte sich: die Entdeckung, dass Liebe nicht danach fragt, wo du herkommst, was du getan hast oder wie viele Fehler du gemacht hast.

Dieser Glaube hat mich seither durch sehr unterschiedliche Kapitel meines Lebens getragen – durch Jahre, in denen er mich etwas gekostet hat, und durch Jahre, in denen er mir wieder Boden unter den Füßen gegeben hat, wenn ich ihn verloren hatte. Ich habe gelernt, dass Hoffnung keine naive Zuversicht ist, dass alles gut wird, sondern eine bewusste Entscheidung, nicht aufzugeben, auch wenn man die Antworten nicht kennt.

Was mir aus dieser Geschichte geblieben ist, ist weniger eine feste Lehre als eine Haltung: dass jeder Mensch es wert ist, angesehen und geliebt zu werden, ohne Bedingungen. Dass Leid real ist und nicht kleingeredet werden muss, aber dass es nicht das letzte Wort hat. Und dass Glaube – gerade in schwierigen Zeiten – Menschen zusammenhält und trägt, wenn nichts anderes mehr trägt.

Diese Haltung ist es, die ich in meine Arbeit einbringe: die Überzeugung, dass Menschen, die selbst durch Dunkelheit gegangen sind, anderen oft am glaubwürdigsten Hoffnung weitergeben können.

Siamak Aminmansour